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Ratten durch Vogelfutter oder Abfall beim Nachbarn: so sprechen Sie es ruhig an

11. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Eine Ratte, die abends am Zaun entlanghuscht, Kot am Schuppen, ein Loch unter dem Gartenhaus. Wenn Sie dann auf der anderen Seite des Zauns Vogelfutter, Brot oder einen offenen Müllsack sehen, liegt der Zusammenhang nahe. Trotzdem wissen Sie selten sicher, woher die Tiere kommen, und Ihre Nachbarn ahnen oft gar nicht, dass eine liebgewonnene Gewohnheit etwas anlockt. In diesem Artikel lesen Sie, worum Sie bitten können und wie Sie das Thema ruhig ansprechen.

Vögel an einem Futterhaus im Garten

Warum Futter und Abfall Ratten anziehen

Ratten und Mäuse brauchen Nahrung, Wasser und ein Versteck, und vor allem die Nahrung entscheidet, wo sie bleiben. Beispiele, die immer wieder vorkommen:

  • Vogelfutter auf dem Boden. Streufutter, verschüttete Körner unter dem Vogelhaus oder eine Futterstelle ohne Auffangschale.

  • Brot, Essensreste und Tierfutter. Brot für die Vögel, ein Teller für die Katze, Hühner- oder Kaninchenfutter, das über Nacht draußen steht.

  • Offener Abfall. Müllsäcke neben der Tonne, eine Tonne, die nicht schließt, oder eine Biotonne ohne Deckel.

  • Der Kompost. Gekochte Speisen, Fleisch, Brot und Käse auf dem Kompost sind ein Festmahl für Nager.

Meist gibt es nicht nur eine Ursache: Ratten bewegen sich über viele Meter und nehmen überall etwas mit. Ein gemeinsames Vorgehen bringt deshalb mehr als eine Diskussion darüber, wer angefangen hat.

Sprechen Sie es freundlich an

Beginnen Sie mit dem, was Sie selbst gesehen haben, und nur damit. Ein Satz wie „Sie locken Ratten an“ kommt als Vorwurf an, besonders wenn Ihre Nachbarn seit Jahren mit Freude Vögel füttern. Beschreiben Sie das Tier oder die Spuren, nennen Sie die Futterstelle nur, wenn Sie sie wirklich gesehen haben, und machen Sie deutlich, dass Sie gemeinsam schauen möchten:

„Gestern Abend habe ich zwei Ratten am Zaun gesehen, und ich sehe, dass auf Ihrer Seite Brot und Vogelfutter auf dem Boden liegen. Ich weiß nicht sicher, woher sie kommen, aber könnten wir gemeinsam überlegen, wie wir ihnen weniger zu fressen bieten?“

Sagen Sie dazu, was Sie selbst tun werden, etwa die Spalten am Schuppen schließen. Dann wirkt es wie eine gemeinsame Aufgabe, nicht wie eine Anweisung.

Worum können Sie bitten, was können Sie vereinbaren?

Bitten Sie nicht darum, das Vogelfüttern aufzugeben; für viele Menschen ist das eine liebe Gewohnheit. Bitten Sie um eine andere Art des Fütterns:

  • Ein Futtersilo mit Auffangschale statt Streuen oder offenem Futterhaus, und nur kleine Mengen.

  • Über Nacht nichts liegen lassen. Futter, Brot und Näpfe von Hühnern oder Kaninchen vor dem Dunkelwerden wegräumen.

  • Abfall nur in geschlossenen Tonnen. Keine Säcke neben der Tonne, Deckel ganz zu.

  • Keine gekochten Speisen, kein Fleisch und kein Brot auf den Kompost. Gemüse- und Gartenabfälle sind in Ordnung, am besten in einem geschlossenen Komposter.

  • Einen Termin, um gemeinsam nachzusehen, nach drei oder vier Wochen.

Welche Regeln gelten?

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes haben viele Länder, Kreise und Städte Verordnungen zur Rattenbekämpfung erlassen. Danach müssen Eigentümer oder Nutzer einen Rattenbefall auf ihrem Grundstück häufig melden und bekämpfen lassen, oft durch eine Fachfirma. Manche Städte verbieten außerdem das Füttern von Tauben oder wildlebenden Tieren. Wesentliche Beeinträchtigungen vom Nachbargrundstück müssen Sie nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch in der Regel nicht dulden; Ratten, die in einer Gegend ohnehin vorkommen, sind aber nicht automatisch einem Nachbarn zuzurechnen. Hausordnung und Mietvertrag können eigene Regeln enthalten. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Halten Sie fest, was Sie sehen

Notieren Sie jedes Mal Datum, Uhrzeit und Ort, was Sie gesehen haben (ein Tier, Kot, Nagespuren, ein Loch) und ob Sie eine Futterquelle bemerkt haben. Schreiben Sie nur auf, was Sie selbst beobachtet haben, keine Vermutungen, und notieren Sie auch die Wochen ohne Sichtung: Das zeigt, ob eine Absprache wirkt.

Aus der Praxis

Wie praktisch die Lösungen sind, zeigt ein Informationsblatt der Stadt Bielefeld zur Rattenbekämpfung. Die Stadt rät, Wildvögel, streunende Katzen und andere Tiere nicht zu füttern, Vogel- und Tierfutter sicher zu lagern, Kompost und Abfall nur in dicht schließenden Behältern aufzubewahren und keine Essensreste über Toilette oder Spüle zu entsorgen. Eigentümer sollen Löcher und Spalten verschließen und dichten Bewuchs entfernen, damit Ratten keinen Unterschlupf finden. Bei Befall auf dem eigenen Grundstück empfiehlt die Stadt eine Fachfirma; häufige Sichtungen im öffentlichen Raum können gemeldet werden (Quelle: Stadt Bielefeld). Die Lehre für Nachbarn: Das Futter wegzunehmen ist der Kern, und das gelingt nur, wenn beide Seiten des Zauns mitmachen.

Wenn Sie gemeinsam nicht weiterkommen

  • Schreiben Sie einen zweiten, klaren Brief. Verweisen Sie auf Ihr früheres Gespräch und nennen Sie einige Beobachtungen aus Ihrem Protokoll.

  • Wenden Sie sich an ein Schiedsamt oder eine Schlichtungsstelle. Eine neutrale Person hilft, ohne Vorwürfe zu Absprachen zu kommen.

  • Melden Sie Ratten im öffentlichen Raum beim Ordnungsamt oder Gesundheitsamt und fragen Sie, welche Regeln in Ihrer Gemeinde gelten.

  • Wohnen Ihre Nachbarn zur Miete? Dann können Vermieter oder Hausverwaltung mitwirken; in einer Eigentümergemeinschaft die WEG-Verwaltung.

  • Bei einem Befall: Beauftragen Sie einen Schädlingsbekämpfer, am besten gemeinsam. Legen Sie selbst keine Giftköder an der Grenze aus.

Hilfe bei der ersten Nachricht

Mit dem CalmNotes-Paket zu Ratten und Schädlingen durch Futter oder Abfall beim Nachbarn erhalten Sie bearbeitbare Musternachrichten, um Futter und Abfall ruhig anzusprechen, mit Erinnerung und Folgenachricht, falls sich nichts ändert, und einem Protokoll, um festzuhalten, was Sie sehen. Weitere Tipps finden Sie auf der Seite Ratten und Schädlinge durch die Nachbarn.

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