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Katzenklo-Geruch von den Nachbarn: So sprechen Sie es taktvoll an

4. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Sie öffnen die Wohnungstür und riechen es sofort: ein scharfer Geruch nach Katzenurin im Treppenhaus, im Flur oder über den Lüftungsschacht. Katzenklo-Geruch von den Nachbarn ist ein Thema, das man nur ungern anspricht. Es fühlt sich persönlich an, und niemand hört gern, dass es bei ihm zu Hause riecht. Oft gibt es aber eine einfache Ursache und eine einfache Lösung. In diesem Artikel lesen Sie, woher der Geruch kommt, wie Sie ihn taktvoll ansprechen und welche Regeln gelten.

Katze neben einem Katzenklo in einer Wohnung

Warum Ihre Nachbarn es selbst nicht riechen

Wer täglich mit einem Geruch lebt, gewöhnt sich daran. Die Nase stumpft buchstäblich ab, sodass Ihre Nachbarn den Geruch in der eigenen Wohnung kaum noch wahrnehmen. Sie kommen dagegen von draußen und riechen ihn sofort.

Typische Ursachen: Die Katzentoilette wird nicht oft genug gereinigt, es gibt mehr Katzen als Toiletten, oder das Klo steht dort, wo die Luft nach draußen zieht, etwa an der Wohnungstür oder auf dem Balkon. Manchmal uriniert eine Katze auch außerhalb des Klos, zum Beispiel wegen Stress oder einer Blasenentzündung.

Sprechen Sie es freundlich an

Gehen Sie davon aus, dass Ihre Nachbarn nichts davon wissen. Sagen Sie, was Sie riechen und wo. Zum Beispiel:

„Ich möchte etwas ansprechen, das mir ein wenig unangenehm ist. In letzter Zeit riecht es im Treppenhaus stark nach Katze, vor allem abends. Ich glaube, dass Sie es selbst vielleicht gar nicht merken. Könnten wir gemeinsam schauen, woher es kommt?“

Vermeiden Sie Wörter wie „eklig“ oder „unhygienisch“. Es geht um den Geruch, nicht darum, wie Ihre Nachbarn leben.

Was Sie konkret erbitten können

Wählen Sie ein oder zwei machbare Punkte. Zum Beispiel:

  • Häufiger reinigen. Täglich ausschaufeln und die Streu regelmäßig komplett wechseln macht oft schon den größten Unterschied.

  • Einen anderen Platz für das Klo. Besser nicht an der Wohnungstür, auf dem Balkon oder in einem Gemeinschaftsraum, sondern in der Wohnung, wo die Luft nicht zu den Nachbarn zieht.

  • Ein Haubenklo oder andere Streu. Eine Toilette mit Deckel und gut klumpende oder geruchsbindende Streu halten viel Geruch zurück.

  • Zum Tierarzt, wenn die Katze danebengeht. Manchmal steckt ein gesundheitliches Problem dahinter, und dann hilft Putzen allein nicht.

Fangen Sie klein an und vereinbaren Sie, nach ein paar Wochen kurz zu schauen, ob es besser ist.

Regeln zu Gerüchen und Gemeinschaftsflächen

Nach § 906 BGB müssen Nachbarn Gerüche dulden, die ihr Grundstück oder ihre Wohnung nur unwesentlich beeinträchtigen. Wird die Beeinträchtigung wesentlich, kann man nach § 1004 BGB Unterlassung verlangen. Ob ein Geruch wesentlich ist, hängt davon ab, wie stark, wie häufig und wie lange er auftritt. Ein kurzer Hauch gehört nicht dazu.

In Mietshäusern gilt außerdem der Mietvertrag. Mieter müssen die Wohnung pfleglich behandeln und den Hausfrieden wahren. Ob Katzen gehalten werden dürfen, hängt vom Mietvertrag und einer Abwägung im Einzelfall ab; eine größere Zahl von Tieren ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Der Vermieter kann bei dauerhaften Störungen abmahnen und im Extremfall kündigen. In Eigentumswohnungen regeln Gemeinschaftsordnung und Hausordnung, was im Treppenhaus oder im Keller stehen darf; zuständig ist die WEG-Verwaltung. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für Ihren Fall können Sie sich an einen Mieterverein oder die Verbraucherzentrale wenden.

Halten Sie fest, wann es vorkommt

Bleibt der Geruch auch nach einem Gespräch? Dann führen Sie einige Wochen lang ein Protokoll. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, wo Sie es gerochen haben, wie stark es war und welche Folge es hatte, etwa dass Sie die Fenster geschlossen halten mussten oder Besuch es angesprochen hat. Ein Geruch ist schwer zu beweisen, deshalb hilft eine sachliche Übersicht. Fotografieren Sie nicht die Wohnung Ihrer Nachbarn und schreiben Sie nichts in eine Nachbarschaftsgruppe.

Aus der Praxis

Achtzehn Katzen in einer Wohnung. In Augsburg hatte ein Vermieter seinen Mietern eine Katze erlaubt. Mit der Zeit wurden es achtzehn, und andere Bewohner beschwerten sich über Uringeruch im Treppenhaus. Das Amtsgericht Augsburg hielt die Kündigung 2015 für wirksam; schon sieben erwachsene Katzen gingen über das vertragsgemäße Maß hinaus (Quelle). Meist ist ein Katzengeruch einfach eine Frage der Pflege. Wirkt die Lage aber so, als würden Tiere vernachlässigt, ist das Veterinäramt Ihres Kreises oder Ihrer Stadt die richtige Stelle.

Urin vor den Wohnungstüren. In Brandenburg an der Havel ließ ein Mieter seine Katzen frei im Hausflur laufen, wo sie regelmäßig vor die Türen anderer Bewohner urinierten. Das Amtsgericht Brandenburg bestätigte Ende 2023 die fristlose Kündigung, weil der Gestank den Hausfrieden erheblich störte (Quelle). Solche Fälle sind Ausnahmen, zeigen aber, dass sich ein frühes, freundliches Gespräch lohnt.

Wenn Sie sich nicht einigen

Schicken Sie zuerst eine zweite, ruhige Nachricht, in der Sie auf Ihr Gespräch verweisen. Hilft das nicht, kann ein Schiedsamt oder eine Nachbarschaftsmediation unterstützen. Geht es um eine Mietwohnung oder das Treppenhaus, informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung. Haben Sie den Verdacht, dass Tiere leiden, wenden Sie sich an das Veterinäramt oder den örtlichen Tierschutzverein. Fühlen Sie sich bedroht, lassen Sie sich nicht auf eine Diskussion ein und rufen Sie im Notfall die Polizei unter 110.

Hilfe bei der ersten Nachricht

Mit dem CalmNotes-Paket zu Katzenklo-Geruch erhalten Sie bearbeitbare Beispielnachrichten, um dieses heikle Thema taktvoll anzusprechen, eine Folgenachricht, falls sich nichts ändert, und ein Excel-Protokoll. Weitere Pakete finden Sie unter Deutsche Pakete.

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