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Autoalarm oder Hausalarm der Nachbarn geht ständig los: Was können Sie tun?

11. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Eine Autoalarmanlage, die mitten in der Nacht anspringt, nach einer Minute verstummt und fünf Minuten später wieder losgeht. Oder eine Einbruchmeldeanlage, die heult, während die Nachbarn gerade für eine Woche in den Urlaub gefahren sind. Wenige Geräusche sind so durchdringend, und wenige Geräusche hört man aus dem eigenen Haus der Eigentümer so schlecht. In diesem Artikel lesen Sie, warum ein Alarm oft ohne Grund losgeht, was Sie erbitten können und wie Sie das Thema ruhig ansprechen.

Wohnstraße bei Nacht unter einer Straßenlaterne

Warum ein Alarm ständig losgeht

Ein Alarm soll nur auslösen, wenn wirklich etwas passiert. Dass es trotzdem immer wieder geschieht, hat meist eine technische Ursache, die den Eigentümern nicht bewusst ist:

  • Ein zu empfindlicher Erschütterungssensor. Starker Wind, ein vorbeifahrender Lkw oder eine Katze auf der Motorhaube reichen dann schon.

  • Eine schwache Batterie oder ein loser Sensor. Viele Autoalarmanlagen lösen aus, wenn die Spannung abfällt; ein lockerer Kontakt wirkt genauso.

  • Eine Hausalarmanlage ohne Wartung. Ein Bewegungsmelder, der eine Spinne oder einen Vorhang erfasst, eine alte Batterie oder eine schlechte Verbindung.

  • Niemand zu Hause. Einen Autoalarm hört man drinnen kaum, und eine Hausalarmanlage schlägt gerade dann an, wenn die Bewohner weg sind. Die Eigentümer merken deshalb oft nicht, wie oft es passiert.

Sprechen Sie es freundlich an

Gehen Sie davon aus, dass Ihre Nachbarn nichts davon wissen. Sagen Sie, was Sie hören, wann und wie lange, und machen Sie deutlich, dass Sie nichts gegen die Alarmanlage selbst haben:

„Ihre Autoalarmanlage ist heute Nacht gegen drei Uhr mehrmals hintereinander losgegangen. Ich glaube, drinnen hören Sie das gar nicht, aber in unserem Schlafzimmer ist es sehr laut. Könnten Sie die Anlage einmal überprüfen lassen?“

Bieten Sie an, eine kurze Nachricht zu schicken, sobald der Alarm losgeht; so sehen Ihre Nachbarn selbst, wann es passiert. Fassen Sie niemals selbst das Auto oder die Anlage an, auch nicht, um den Alarm abzuschalten.

Was können Sie erbitten und vereinbaren?

Bitten Sie um etwas Konkretes und Machbares:

  • Überprüfen lassen. Eine Werkstatt oder ein Errichter justiert die Empfindlichkeit, prüft Batterie und Sensoren und findet die Ursache oft schnell.

  • Kürzer heulen lassen. Viele Anlagen lassen sich so einstellen, dass die Sirene nach wenigen Minuten von selbst abschaltet.

  • Eine Telefonnummer für Notfälle. So erreichen Sie die Eigentümer, wenn der Alarm losgeht, während sie unterwegs sind.

  • Eine Person mit Schlüssel in der Nähe. Ein Familienmitglied oder Nachbar, der den Alarm während eines Urlaubs abschalten kann.

  • Ein fester Wartungstermin. Für die Hausalarmanlage: einmal im Jahr Wartung und vorher eine kurze Nachricht, wenn getestet wird.

Welche Regeln gelten?

Eine Alarmanlage gehört zum normalen Gebrauch einer Wohnung oder eines Fahrzeugs, und ein kurzer, gelegentlicher Fehlalarm ist in der Regel hinzunehmen. Lärm ohne berechtigten Anlass oder in vermeidbarem Ausmaß, der die Nachbarschaft erheblich belästigt, kann aber eine Ordnungswidrigkeit nach § 117 OWiG sein, und bei Fahrzeugen verbietet § 30 StVO unnötigen Lärm. Die Landesimmissionsschutzgesetze, die Hausordnung und der Mietvertrag enthalten meist Ruhezeiten, häufig nachts von 22 bis 6 oder 7 Uhr. Wesentliche Beeinträchtigungen müssen Nachbarn zudem nach § 906 BGB nicht dulden; ein Gericht wägt dann ab, wie oft, wie lange und zu welchen Zeiten der Alarm losgeht. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Halten Sie fest, was Sie hören

Notieren Sie jedes Mal Datum, Beginn und Ende, um welchen Alarm es geht und ob er durchgehend oder immer wieder neu losging. Vermerken Sie, ob es einen erkennbaren Auslöser gab, etwa Sturm, und ob die Eigentümer zu Hause oder erreichbar waren. Notieren Sie auch ruhige Zeiten. Mit so einer Übersicht können Sie später ruhig zeigen, was los ist und ob eine Absprache geholfen hat.

Aus der Praxis

Fehlalarme kosten auch die Eigentümer etwas, und das kann ein gutes Argument im Gespräch sein. Das Verwaltungsgericht Ansbach entschied 2012 über einen Fall, in dem nachts um kurz nach ein Uhr eine Autoalarmanlage losging und ein Anwohner die Polizei rief. Die Beamten fanden keine Einbruchsspuren; der Halter schaltete den Alarm später selbst ab. Die Polizei stellte ihm den Einsatz mit 110 Euro in Rechnung, und das Gericht bestätigte die Gebühr: Wer eine Alarmanlage betreibt, muss den Polizeieinsatz bezahlen, wenn er nicht nachweisen kann, dass es kein Fehlalarm war (Quelle: Kanzlei Kotz zu VG Ansbach, AN 1 K 11.01096). Eine gut eingestellte Anlage liegt also im Interesse aller.

Wenn Sie gemeinsam nicht weiterkommen

  • Geht der Alarm lange weiter und sind die Eigentümer nicht erreichbar? Verständigen Sie das Ordnungsamt oder die örtliche Polizeidienststelle. Sie können versuchen, die Eigentümer oder eine Person mit Schlüssel zu erreichen. Sehen oder hören Sie einen tatsächlichen Einbruch, wählen Sie 110.

  • Schicken Sie einen zweiten, klaren Brief. Verweisen Sie auf Ihr früheres Gespräch und nennen Sie einige Beispiele aus Ihrem Protokoll.

  • Wenden Sie sich an ein Schiedsamt oder eine Schlichtungsstelle. Eine neutrale Person hilft Ihnen, gemeinsam zu einer Absprache zu kommen.

  • Wohnen Ihre Nachbarn zur Miete, oder leben Sie in einer Eigentümergemeinschaft? Bitten Sie den Vermieter, die Hausverwaltung oder die WEG-Verwaltung um Unterstützung.

Hilfe bei der ersten Nachricht

Mit dem CalmNotes-Paket zu einem Alarm, der ständig losgeht erhalten Sie bearbeitbare Musternachrichten, um eine Auto- oder Hausalarmanlage ruhig anzusprechen, mit Folgenachrichten, falls sich nichts ändert, und einem Protokoll, um festzuhalten, was Sie hören. Weitere Tipps finden Sie auf der Seite Alarm, der ständig losgeht.

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